Eugenijus Ališanka


    Eugenijus Ališanka (geb. 1960 in Barnaul, Russland) ist Lyriker, Essayist und Übersetzer. Abgeschlossenes Studium der Mathematik an der Universität Vilnius. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kultur und Kunst, 1994-2002 Direktor für internationale Programme beim litauischen Schriftstellerverband, Organisator des internationalen Poesie-Festivals „Frühling der Poesie“.
    Autor von fünf Poesie-Bänden und zwei Essay-Bänden. Herausgeber und Kompilator des kulturologischen Almanachs Die Städter, Übersetzungen aus dem Englischen, Polnischen, Russischen und Slowenischen (u. a. Wyslawa Szymborska, Bernardine Evarist, Jerome Rothenberg, Aleš Debeljak, Zbigniew Herbert).
    1992 wurde Ališanka mit dem Z. Gėlė-Preis für den Lyrikband Äquinoktium ausgezeichnet. Es folgte der Literaturpreis des Kulturministeriums der Republik Litauen für das Essay-Buch Die Rückkehr des Dionysos, der Preis des Festivals „Frühling der Poesie“ für die Übersetzungen von Aleš Debeljak und Zbigniew Herbert.
    Die Poesie Ališankas wurde ins Englische, Französische, Polnische, Schwedische, Russische, Finnische, Deutsche und andere Sprachen übersetzt.
    Derzeit lebt und arbeitet er in Vilnius.

    Stimme des Autors

    identitätskrise

    wer wäre ich wenn ich wirklich wäre
    nicht so wie jetzt ein mensch
    unklar welchen glaubens kopf für sich
    gott für sich die zunge aus sprach-flicken
    ein fahrer für fernreisen wäre ich
    sonstwas essen sonstwas denken
    wo immer schlafen mit wem auch immer
    an mir vorbei die landschaft ich würd mich nicht beschweren
    in einem bach oder einer schneewehe die
    ölverschmierten hände säubern keine feminismen
    patriarchalischer verteidiger der vielweiberei
    und sei es nur für eine nacht
    die vier räder würde ich lesen
    keine träume keine durchbrüche des unterbewußten
    intelligenzlerische klagen über den sinn des seins
    niemandem blieb ich was schuldig niemand mir
    durchs leben würd ich fahren mit dem truck durch europa
    und ihr könnt mich alle mal

    Aus dem Litauischen von Klaus Berthel

    Bibliographie

    Dioniso sugrįžimas (Die Rückkehr des Dionysos) : [Studie]. Vilnius: Verlag des litauischen Schriftstellerverbandes, 2001. 206 pp.
    Iš neparašytų istorijų (Aus ungeschriebenen Geschichten) : [Gedichte]. Vilnius: Vaga, 2002. 95 pp.
    Lygiadienis (Äquinoktium): [Gedichte]. Vilnius: Vaga, 1991
    Peleno miestas (Stadt aus Asche): [Gedichte]. Vilnius: Regnum, 1995
    Vaizdijantis žmogus: sacrum sklaida kultūroje (Der darstellende Mensch: Die Saat des Sakralen in der Kultur): [Studie]. Vilnius: Verlag des litauischen Schriftstellerverbandes, 1998
    Dievakaulis (Gottes Gebein): [Gedichte]. Vilnius: Verlag des litauischen Schriftstellerverbandes, 1999
    Exemplum: [Gedichte]. Vilnius: Vaga, 2006

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